Das Deutsche Windkraftmuseum hat bei dem diesjährigen Regionalwettbewerb „Dörfer mit Ideen“ den dritten Platz gewonnen. Bei diesem Wettbewerb ging es um Ideen, wie Dörfer der Region Minden-Lübbecke zukunftsorientiert gestaltet werden können. Der Kreis Minden-Lübbecke sowie das Bündnis Ländlicher Raum sind Träger des Wettbewerbs.
Friedrich Bosse, 1. Vorsitzender, mit der Auszeichnung.
Auch das Westfalen Blatt hat über die Preisverleihung sowie die Aktion „Dörfer mit Ideen“ berichet. Für weitere Informationen nachfolgenden Artikel klicken:
Am Freitag den 07. Mai 2021 konnte das Deutsche Windkraftmuseum nach längerer Pause einen neuen Meilenstein erreichen: Mit der TW 300 ist das erste Freilichtexponat des ehemaligen und bedeutsamen deutschen Pioniers Tacke im Museum eingetroffen.
Die fertig aufgestellte Gondel auf dem Museumsgelände. Foto: A. Jaeger
Die TW 300 war eine 300kW-Anlage mit 33m Durchmesser und einem 40/50m Rohrturm. Von dieser Maschine gab es in Deutschland rund 15 Exemplare. Weitere 15 wurden ins Ausland verkauft. Die TW 300 wurde von 1994 bis 2000 verkauft.
Die Gondel sowie die drei Blätter mit Nabe stammen aus Athenstedt in Sachsen. Die Tacke-Anlage wurde dort im Jahr 1995 errichtet.
TW 300 in Billerbeck, 2009. Typisch für die TW 300 war die gut sichtbare Außenplattform am oberen Turmflansch, was für WKAs der 300kW-Klasse unüblich war. Foto: A. Jaeger
Positionierung der Gondel auf dem Gelände des Museums. Foto: A. Jaeger
Für die Durchführung dieses speziellen Projektes waren insbesondere Vereinsmitglied Heinrich Bartelt sowie Museumsmanager Jaeger verantwortlich.
Besonderer Dank gilt der AK Fehmarn GmbH & Co. KG sowohl für die Organisation der einzelnen Anlagenkomponenten vor Ort als auch der Übernahme der Transportkosten nach Stemwede.
Zudem darf das Deutsche Windkraftmuseum die Firma AK Fehmarn als neuen Sponsor begrüßen.
Ohne dieses Engagement wäre das Projekt nicht möglich gewesen!
Mit der Ankunft einer amerikanischen Bergey BWC Excel kann das Deutsche Windkraftmuseum bereits seine zweite US-Pionieranlage vorweisen.
Die Maschine aus Oklahoma hat eine Nennleistung von 10kW bei einem Durchmesser von 7m. Sie wurde vom niederländischen WKA-Hersteller LMW aus den USA importiert und schließlich vom deutschen WKA-Hersteller NEW 1991 in Belm errichtet.
Die Bergey an ihrem Ursprungsort in Belm. Foto: Willi Meiners
Nachdem die Anlage in den 2000er-Jahren dort wieder abgebaut wurde sollte sie eigentlich wieder in Hunteburg bei Bohmte (Niedersachsen) wiedererrichtet werden. Dazu kam es jedoch nicht.
Die drei Rotorblätter der Bergey BWC Excel haben spezielle Gewichte in der oberen Blatthälfte als Besonderheit. Foto: A. Jaeger
Bergey ist ein US-Pionier im Windkraftbereich und seit 1977 tätig. Auch heute noch stellt das kleine Unternehmen WKAs bis 50kW her. Dessen Maschinen sind in Nordamerika weit verbreitet. Weltweit sind auch in dünn besiedelten Gebieten ohne Infrastruktur Bergey Anlagen oft anzutreffen.
Vergangene Woche konnte das Deutsche Windkraftmuseum seit langem wieder einen sehr exotischen Neuzugang verzeichnen.
Die erste US-amerikanische WKA vom früheren Windkraftpionier Kenetech befindet sich nun auf dem Gelände des Museums.
Die Kenetech-Gondel auf dem Museumsgelände in Stemwede, November 2020. Foto: A. Jaeger
Hierbei handelt es sich um die Gondel einer Kenetech 33M-VS mit 365kW Nennleistung und 33m Durchmesser. Sie stand ursprünglich in Eemshaven in den Niederlanden und war eine von 94 Anlagen, die 1995 einen der größten Windparks Europas bildeten!
Im Jahr 2008 verschwanden diese Maschinen jedoch.
Kenetech 33M-VS im Windpark Eemsmond, Eemshaven im Jahr 1996. Foto: Jos Beurskens
Kenetech hieß bis 1993 U.S. Windpower und war auf US-Seite eines der ersten Unternehmen, die Windkraftanlagen seit den späten 1970er-Jahren entwickelten und auch massenhaft produzierten. U.S. Windpower hat insgesamt über 4000 WKAs produziert, die mehrheitlich in den USA standen. Vom kalifornischen Windboom der 1980er konnte U.S.W.P. massiv profitieren und wuchs zum damals stärksten und größten US-Hersteller auf.
Einige Maschinen wurden direkt auf dem Deich installiert – auf 24m Betontürmen. Eemshaven, Mai 2001. Foto: A. Jaeger
In Europa wollte das Unternehmen in den 1990ern Fuß fassen mit seiner neuen 33M-VS, konnte jedoch „nur“ zwei große Windparks realisieren (Niederlande, Spanien) bevor es 1996 Insolvenz anmeldete und verschwand. Pläne für Windparks in Deutschland existierten ebenfalls.
Das Deutsche Windkraftmuseum erhält die Gondel als Dauerleihgabe vom Deutschen Technikmuseum Berlin, zu welchem seit längerem bereits Kontakt besteht.
Die Leihgabe kam Zustande durch das längerfristige Engagement von Dr. Jochen Hennig, Deutsches Technikmuseum Berlin und Museumsmanager Jaeger. Weitere gemeinsame Projekte sind in der Planung.
Der 1. Vereinsvorsitzende Bosse und Museumsmanager Jaeger vor der Kenetech-Gondel in Stemwede, November 2020. Foto: Bosse
Mit dem Erhalt dieser Gondel erreicht das Deutsche Windkraftmuseum einen neuen Meilenstein. Zum Einen ist nun auch das Windkraftpionierland USA vertreten. Zum Anderen ist dies die erste WKA von einem anderen Kontinent – außerhalb Europas!
Die internationale Ausrichtung des Museums erhält hiermit einen weiteren Impuls.
Für diese Dauerleihgabe sowie die damit verbundene Unterstützung bedankt sich das Deutsche Windkraftmuseum beim Deutschen Technikmuseum Berlin herzlichst!
Aufgrund der seit Monaten andauernden Krise, hervorgerufen durch das Corona-Virus, sowie die daraus resultierenden Kontaktverbote und Sonderverordnungen, können nach wie vor keine Gruppenveranstaltungen oder sonstigen Rundführungen durch das Museumsgelände gemacht werden.
Sobald sich die Lage ändert, wird dies seitens des Vereins bekannt gegeben.
Wir bitten alle Betroffenen um Verständnis und hoffen, bald wieder Besucher bei uns willkommen heißen zu können.
Mit dem Eintreffen der Enercon-18, 80kW, ist das Deutsche Windkraftmuseum wiedereinmal um ein legendäres Exponat reicher. Dank dem Engagement der Firma Enercon sowie Museumsmanager Jaeger, konnten ein kompletter Blattsatz sowie die Gondel vor der Verschrottung bewahrt werden.
Gondel und Blattsatz stehen prominent direkt am Eingangsbereich des Museums. Foto: A. Jaeger
Dieses Exemplar war urprünglich in Hohne bei Celle in Niedersachsen in Betrieb und hatte einen Betonturm. Exemplare mit stählernem Dreibeinturm waren ebenso weit verbreitet.
Dieser Anlagentyp war beliebt vor Allem als Hofanlage in Norddeutschland. Auch an Klärwerken wurde sich oft eingesetzt.
Von der Enercon-18 wurden zwischen 1991 und 1995 insgesamt weit über 100 Maschinen gefertigt. Sie gilt somit als Verkaufsschlager in ihrer Leistungsklasse.
Die LM Rotorblätter für einen 19.4m Rotor. Foto: A. Jaeger
Die Enercon-18 hatte entweder einen 18m-Rotor oder einen mit 19.4m Durchmesser. Die hochwertigen Blätter wurden vom dänischen Hersteller LM gefertigt.
In diesem WKA-Typ wurde noch ein Getriebe verwendet und der Triebstrangaufbau war vollintegriert, was bedeutet, dass alle Komponenten zu einer kompakten Einheit verbaut wurden.
Das Maschinenhaus der E-18. Foto: A. Jaeger
Auch für diese technologisch reizvolle Spende bedankt sich das Deutsche Windkraftmuseum bei der Firma Enercon!
Ein besonders seltenes Exponat hat von der Firma Lubing aus Barnstorf den Weg zum Deutschen Windkraftmuseum gefunden. Eine kleine Windpumpe aus den 1960er-Jahren wurde von einem Lubing-Mitarbeiter aufwendig restauriert und ist ab sofort als Dauerleihgabe im Museum zu begutachten. Initiator dieses Projekts war Vereinsmitglied Erwin Scissek.
Übergabe der Lubing- Windpumpe in Barnstorf. Foto: Lubing
Lubing-Windpumpen sind auch heute noch auf Wiesen, Höfen oder an Deichen anzutreffen. Meist handelt es sich hierbei um Leeläufer mit blauen Kunststoffflügeln und Rotoren mit vier oder sechs Blättern. Sie werden zum Wasserpumpen oder Belüften eingesetzt. Vor Allem in Norddeutschland finden diese Windpumpen weite Verbreitung.
Einweisung durch einen Lubing-Mitarbeiter. Foto: Lubing
Der Firma Lubing sei gedankt für dieses besondere Engagement!
Das Deutsche Windkraftmuseum ist wiedereinmal um ein Exponat reicher. Dieses Mal ist es eine sehr besondere WKA, welche in den 1990er-Jahren die deutsche wie auch die internationale Windszene kräftig aufgemischt hat. Die E-40 von Enercon, war mit 500kW Leistung und einem serienmäßigen Ringgenerator die Sensation schlechthin bei ihrer Markteinführung im Jahr 1993. Vorher gab es keine vergleichbare WKA, welche in dieser Leistungsklasse auf ein Getriebe verzichtet hatte.
Demontage des Rotors. Foto: SchulzDie Gondel auf dem Weg zum Museumsgelände. Foto: Winkelmann
Auch für Enercon war die E-40 mehr als ein Meilenstein. Bedeutete sie nicht nur den gewagten technologischen Sprung von konventionellen Getriebeanlagen hin zu getriebelosen WKAs. Sie war auch der erste internationale und kommerziel äußerst erfolgreiche Durchbruch für das Auricher Unternehmen.
Absenken des Rotors auf den Boden. Gut zu erkenn ist hier der Ringgenerator. Foto: Chr. Schulz
Das Exemplar in Stemwede stammt aus dem Jahr 1995 und ist somit eine E-40 5.40 mit 65m Nabenhöhe, Stahlrohrturm und 40m Rotordurchmesser. Die Anlage stand in direkter Nähe zum damaligen Testfeld des Deutschen Windenergieinstituts DEWI, welches sich in Wilhelmshaven-Sengwarden befand.
Das DEWI-Testfeld im Frühling 1997. Auf der rechten Seite ist die E-40 zu erkennen. Foto: A. Jaeger
Von dieser “ursprünglichen” E-40 wurden allein bis 1999 mehr als 1000 Exemplare gefertigt. Sie gilt somit als erfolgreichste WKA im Deutschland der 1990er – noch vor der TW600 von Tacke. Zudem hat diese WKA bewiesen, dass Ringgeneratoren für Windkraftanlagen massentauglich sind und den technischen Anforderungen standhalten. Somit hatten konventionelle Getriebeanlagen eine “neue Konkurrenz”.
Ab den späten 1990er-Jahren wurden Nachfolgemodelle eingeführt mit größerem Durchmesser und höherer Nennleistung (z.B. E-40 6.44) sowie der berühmten “Eiform” als Gondeldesign.
Ermöglicht wurde dieser Transfer durch das Engagement von Museumsmanager Jaeger sowie der Firma Enercon, der an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt wird für diese besondere Leistung gegenüber dem Deutschen Windkraftmuseum!
Am 14. November trafen sich drei Mitglieder des Deutschen Windkraftmuseums mit Vertretern der GEW im futuristischen Gebäude des ehemaligen Jade-Windparks bei Wilhelmshaven.
Dabei ging es um die grundsätzliche Absicht, das stillgelegte Gebäude zu demontieren und am Standort Stemwede als Teil des Deutschen Windkraftmuseums wieder zu errichten.
Das nicht mehr genutzte Gebäude ist der letzte noch vorhandene Teil des ehem. Jade-Windparks. Foto: Chr. Schulz
Das Gebäude wurde in den späten 1980er-Jahren als Teil des damals neuen und spektakulären Jade-Windparks erbaut. Kern des damaligen Windparks waren drei Einblatt-Rotoren vom Typ Monopteros-50, welche von MBB gefertigt wurden. Mit 640kW Nennleistung und 56m Durchmesser waren sie die größten Einblatt-Anlagen, die die Windbranche jemals weltweit gesehen hat.
Der Jade-Windpark mit den MBB Monopteros-50 und dem Aeolus II im Frühling 1997. Foto: A. Jaeger
Im Jahr 1993 wurde der Jade-Windpark durch eine 3MW Zweiblatt-Anlage erweitert. Der Aeolus II von Kvaerner/MBB war die vierte weithin sichtbare Großanlage, diente als Prototyp und verlieh dem Jade-Windpark noch mehr Exklusivität.
Im eingangs genannten Gebäude konnten sich Besucher von allen vier Maschinen ein genaues Bild machen sowie Betriebsdaten live abfragen. Zudem wurde über die Windenergie allgemein informiert.
Wilfried Winkelmann und Christian Schulz mit Vertretern der GEW. Im Hintergrund die Schaltschräncke und Infotafeln über die Monopteros-Anlagen. Foto: A. Jaeger
Alle WKAs des Jade-Windparks sind zwischen 2001 und 2008 verschwunden. Daher ist die Erhaltung des noch vorhandenen Gebäudes von hoher Bedeutung.
Bei diesem ersten Treffen kam von beiden Seiten ein positives Signal. Sowohl die GEW als auch das Deutsche Windkraftmuseum sehen eine Chance zum Transfer und zur Erhaltung dieses Gebäudes. Es sind weitere Schritte in diese Richtung geplant.
Das Deutsche Windkraftmuseum dankt den Vertretern der GEW für dieses erste gelungene Zusammenkommen.
Am letzten Donnerstag, dem 31.Oktober, machten sich die Schüler der Natur-Geschichte-AG der Birger-Forell-Sekundarschule aus Espelkamp auf den Weg zum Deutschen Windkraftmuseum. Die Besucher wurden im Museum von Wilfried Winkelmann empfangen und sogleich entlang der Exponate durch das Freigelände geführt.
Im Anschluss gab es eine Einführung zur Umwelt- und Klimaschutz-Problematik und zur Energiewende. Dann ging es weiter zu einem Modell einer historischen, „alten“ Windmühle, an dem Wilfried Winkelmann Themen wie Windrichtung, Windstärke und den früheren Betrieb einer Windmühle zum Mehl Mahlen altersgerecht erläuterte.
Anschließend begab sich die Gruppe zu den historischen Windkraftanlagen, die in Sichthöhe betrachtet werden können. So war für die Schüler ein Einblick in die Technik der Maschinenköpfe möglich.
Zur Überraschung der jungen Besucher gab es auch etwas Praktisches zu tun. Es wurden unter Anleitung Windkraftmodelle zusammengebaut und nach Bauanleitung Windkraftanlagen aus Pappe zusammengesetzt, die anschließend mit nach Hause genommen werden konnten.
Schließlich gab es für jüngere Geschwisterkinder der Schüler auf Wunsch Ausmalhefte und auch Windenergie-Broschüren zum Mitnehmen, die vom Bundesverband Windenergie aus Berlin zur Verfügung gestellt worden waren. Die begleitende Lehrerin Stephanie Sundermeier kündigte bereits an, dass es am Tag der offenen Tür der Sekundarschule über den Besuch im Windkraftmuseum einen Informationsstand der AG geben wird. Abschließend bedankte sich Wilfried Winkelmann für den Besuch und das sehr interessierte Mitwirken der Kinder.